Dresden: Deutschlandtour – Teil 1

Hallo zusammen und willkommen zu unserer neuen Reiseserie: Der Deutschlandtour!
Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an den Sommer 2020. In diesem Jahr waren Reisen ins Ausland aufgrund der Pandemie eher schwierig. Entsprechend haben wir uns entschieden, unser eigenes Land besser kennenzulernen und haben einen Roadtrip mit dem Auto durch Deutschland geplant.

Unser erstes Ziel war die Elbstadt Dresden.

Fakten zu Dresden

  • Dresden ist die Landeshauptstadt Sachsens.
  • Hier leben über 560.000 Einwohner auf einer Fläche von rund 328,5 Quadratkilometern. Nur Berlin, Köln und Hamburg sind größer.
  • Der Stadtname stammt aus dem Slawischen und bedeutet „Siedlung der Auwaldbewohner“ (oder Sumpfwaldbewohner)
  • Dresden besitzt eine der reichsten Kunstsammlungen Europas
  • Die Stadt ist ein Zentrum der Halbleiterindustrie, was ihr den Beinamen „Silicon Saxony“ verdankt.
  • Eine der Sehenswürdigkeiten, die Augustbrücke, überspannt die Elbe seit 1287, damit ist sie älter als das besiedelte Amerika und das Atztekenreich stand gerade an seinem Anfang.
  • Berühmte Erfindungen, wie die Chlorodont-Zahnpasta, Vollmilchschokolade und der Melitta-Kaffeefilter, wurden hier entwickelt. Zudem befindet sich hier die Meißner Porzellanmanufaktur

Anreise und Ersteindruck

Wir fuhren mit dem Auto etwa drei Stunden nach Dresden. Da wir Ende September unterwegs waren und die Sommerferien bereits vorüber waren, lief die Fahrt ohne große Vorkommnisse ab. Wir hatten ein Hotel, das etwas außerhalb lag, konnten aber schnell mit dem Bus in die Innenstadt gelangen. Wenn du kein Deutschlandticket hast, ist eine Dresden-City-Card eine preiswerte Option, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt herumzukommen.

Allerdings fuhren wir erst am Nachmittag los und kamen daher am Abend an. Die Stadterkundung musste noch etwas warten. Wir aßen beim Inder um die Ecke des Hotels zu Abend und tranken dann noch einen kleinen Absacker in der Sonderbar (Würzburger Str.). Die Bar hatte ein sehr schönes Ambiente und auch die Cocktails waren ausgezeichnet. Soweit also ein guter Start. Doch richtig los ging es erst am nächsten Tag

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt und liefen von der Bushaltestelle aus noch ein Stück. Wir bogen um eine Ecke und standen auf einmal mitten am Striezelmarkt. (Der Ort, an dem im Dezember immer der Weihnachtsmarkt stattfindet.) Der gigantische Platz, umgeben von malerischen Häusern und dem Kulturpalast hat uns direkt zugesagt. Das war allerdings nicht alles. Was wir sonst noch besucht haben, kannst du im nächsten Kapitel lesen 🙂

Dresden: Deutschlandtour - Teil 1
Generell findet man in der Innenstadt immer sehr hübsche Ecken

Sehenswürdigkeiten in Dresden

Zur besseren Aufteilung haben wir die Sehenswürdigkeiten in Altstadt, Neustadt und Museen aufgeteilt. Generell gilt, dass man die meisten Sehenswürdigkeiten der Dresdner Altstadt sehr einfach zu Fuß erreichen kann, da sie nahe beieinander liegen. In der Neustadt hat man zum Teil schon 10-20 Minütige Gehzeiten oder muss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Altstadt

Nicht weit vom Striezelmarkt entfernt, befindet sich die historische Frauenkirche. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach der Friedlichen Revolution 1993/94 erneut aufgebaut. 2005 wurde sie geweiht und das barocke Bauwerk sieht mit seiner Kuppel wirklich fantastisch aus. Im Inneren gibt es kunstvolle Holzschnitzereien, eine gläserne Kanzel und eine Aussichtsplattform, die dir einen super Blick über Dresden ermöglicht. Eigentlich heißt das Gebäude übrigens Kirche unserer Lieben Frauen.

Nicht weit entfernt, befindet sich das größte Porzellanwandbild der Welt. Die Rede ist vom 102 Meter langen Fürstenzug. Hier wurde auf rund 23.000 Meißner-Porzellankacheln die Ahnengalerie der Herrscher des Adelshauses Wettin darstellt.

Von dort aus steht man auch schon fast vor der Dresdner Hofkirche (Kathedrale Sanctissimae Trinitatis). Durch das zwischen Fürstenzug und Hofkirche liegende Georgentor, welches von Säulen bzw. grimmig blickenden Steinwächtern flankiert wird, gelangt man in den Stallhof Dresden. Hierbei handelt es sich um einen mit Arkaden versehenen Stallhof, der im 16. Jahrhundert für Spiele und Turniere genutzt wurde.

Entweder läuft man das Schlossgässchen noch etwas weiter und biegt dann rechts ab, oder man geht zurück zur Hofkirche und sobald man einen Blick dahinter wirft, entdeckt man bereits die nächste Sehenswürdigkeit: die Semperoper. Sie ist die ehemalige königliche Hofoper und nach ihrem Architekten Gottfried Semper benannt. Nach der Zerstörung 1945 wurde die Semperoper ab 1977 bis 1985 rekonstruiert. Sie besitzt zudem einen Geheimgang, über den prominente Gäste ungesehen hinein konnten. Heute ist es allerdings nur noch ein beliebtes Insider-Detail bei Führungen.

Auf Schritt und Tritt gelangt man in der Altstadt zur nächsten Sehenswürdigkeit. Direkt neben der Oper liegt nämlich der Dresdner Zwinger. Ein barocker Prachtbau mit innenliegendem Garten und Galerien, welcher nach dem früheren Festungsteil benannt wurde. Darunter befinden sich beispielsweise eine Porzellansammlung, eine staatliche Kunstsammlung sowie den Mathematisch-Physikalischen Salon, der Meilensteine des Wissens und Meisterwerke der Kunst ausstellt. Zudem sind in der Zwinger-Uhrensammlung über 3.000 Zeitmesser ausgestellt, die von winziger Taschenuhr bis zu massiven astronomischen Uhren reichen. Es gibt dort eine Uhr, die so präzise läuft, dass sie nur eine Sekunde in 300 Jahren verliert. Ein Prachtexemplar der deutschen Ingenieurskunst!

Nicht weit von den ganzen historischen Bauten entfernt, befindet sich die Elbe. Hier kann man einen romantischen Spaziergang auf den (Elb)Terrassen mit einem fantastischen Ausblick auf die Augustbrücke und die Neustadt genießen. Ein schöner Sonnenuntergang macht den Ort perfekt, um hier den Abend ausklingen zu lassen. Als wir dort waren, befand sich hier gerade eine Gruppe Architekturstudenten und alle machten Teilzeichnungen der architektonischen Meisterwerke entlang der Elbterrassen. (Brühlsche-Terrassen)

Neustadt

Wenn man von der Altstadt über die Augustusbrücke geht, entdeckt man entlang der Elbe einen großen, grünen Streifen. Das Königsufer ist auch als die größte Picknickwiese Deutschlands bekannt. Sobald du die Brücke überquert hast, Wirst du von einer Statue Empfangen. Der Goldene Reiter wendet dir jedoch aus dieser Richtung den Rücken zu. Sie trägt den Namen nicht umsonst. Die Statue von König August II. ist nämlich mit Blattgold belegt und ist ein echter Blickfang.

Für Kulturinteressierte gibt es nicht weit entfernt übrigens das Erich Kästner Museum. Der berühmte Kinderbuchautor und Dichter wurde in Dresden geboren (Von ihm stammen Werke wie z.B. Emil und die Detektive, Die Konferenz der Tiere. Pünktchen und Anton).

Zu Fuß etwa 20 Minuten vom Goldenen Reiter entfernt befinden sich die singenden Abflussrohre. In der Neustadt-Kunsthofpassage wurden Metallrohre und Trichter so konzipiert, dass sie Regenwasser zu Musik machen. Voraussetzung ist natürlich, dass es regnet. Wir hatten bei unserem Besuch allerdings das „Pech“, dass während unseres Aufenthalts nur Sonne gemeldet war. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil der Kunsthofpassage. Hier gibt es eine Reihe künstlerisch gestaltetet Innenhöfe, die Themen wie Elementen, mythischen Kreaturen oder Metamorphose gewidmet sind. Es ist wie eine Freiluft-Galerie, bei denen die Gebäude selbst dazugehören.

Etwas außerhalb der Neustadt befindet sich übrigens die schönste Molkerei der Welt. Die Dresdner Molkerei Gebrüder Pfund GmbH, oder kurz: Die Pfundsmolkerei, eröffnet 1892. Mit diesem Titel steht die Molkerei sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Hauptsächlich kommt der Name daher, dass im Inneren tausende handbemalte Fliesen des Porzellanherstellers Villeroy & Boch hängen. Der Laden ist auch im Ausland sehr bekannt. Heute kann man hier Käse, Wein und Pflegeprodukte erwerben.
Während unseres Besuchs war hier allerdings extrem viel los, sodass wir empfehlen würden, den Laden gleich am frühen Morgen zu besuchen.
Das Fotografieren mit der Kamera ist in diesem Laden übrigens ausdrücklich verboten(!). Ein kurzer Schnappschuss mit dem Smartphone scheint jedoch erlaubt zu sein.

Museen

Hygiene-Museum – Über 100 Jahre Hygiene

Wir besuchten das Hygiene-Museum in Dresden. Hier gibt es die Dauerausstellung „Abenteuer Mensch„, welche umfassend mit Exponaten zu den Themen Essen, Bewegen, Denken und Fühlen, sowie einem Alterssimulator beschäftigt. Außerdem steht hier die berühmte Gläserne Frau. Ein lebensgroßes, transparentes, anatomisch korrektes Modell, das Skelett, Organe, Blutgefäße und Nerven zeigt. Zudem bietet das Museum über 1.300 Objekte zu Themen wie Von der ersten Zelle bis zum Tod, Schönheit und Körperbild sowie das Verhältnis von Körper und Umwelt. Kurz gesagt, wird hier der Mensch in all seinen Facetten gezeigt. Wissenschaftliche, kulturelle und historische Aspekte werden – zum Teil auch interaktiv – abgedeckt.

Grünes Gewölbe – Die barocke Schatzkammer

Das Beste kommt zum Schluss. Absolut beeindruckend war für uns der Besuch im Grünen Gewölbe. Hier kann man eine der reichsten Schatzkammern Europas hautnah erleben. Die Ausstellung beinhaltet von barocken Prunkräumen über feine Goldarbeiten und einzigartige Kunstwerke alles, bis hin zu modernen Vitrinen voller Juwelen.

Die Ausstellung ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Einmal das historische Grüne Gewölbe im Erdgeschoss, welche eine originalgetreu rekonstruierte Schatzkammer aus dem 18. Jahrhundert ist. Ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Spiegeln, Gold und Edelsteinen. Highlights sind natürlich die rund 3.000 frei stehenden Objekte aus Bereichen wie Goldkunsthandwerk, Edelsteine, Diamanten, Perlen, Elfenbein- und Bernsteinkunst sowie Prunkstücke der sächsischen Kurfürsten.


Im neuen Grünen Gewölbe im Obergeschoss findet man Edelsteinfiguren, Meisterwerke der Hofkünstler von August dem Starken, und Kunstwerke aus Gold, Silber und Emaille. Eines der Highlights hier ist der Grüne Diamant, welches eines der spektakulärsten Juwelen Europas ist. Der 41-Karat schwere grüne Diamant gilt als der größte geschliffene Diamant in dieser Farbe weltweit. Die grüne Farbe kommt übrigens daher, dass er in seiner Lagerstätte natürlicher Radioaktivität ausgesetzt war. Da ist extrem selten und auch der Grund dafür, dass grüne Diamanten weltweit begehrt und Kostbar sind.

Dresden: Deutschlandtour - Teil 1
Augustusbrücke

Empfehlungen für deinen Besuch

Absolute Empfehlung ist ein Besuch im Grünen Gewölbe. Auch andere historische Sehenswürdigkeiten sowie die Pfundsmolkerei solltest du zumindest einmal mit eigenen augen gesehen haben. Wenn es Regnet, mach dich auf zur Kunsthofpassage und lausche den Klängen der singenden Abflussrohe.

Außerdem solltest du dich nicht nur auf lokale Sehenswürdigkeiten Beschränken. Dresden ist auch für seine ausgezeichnete Küche bekannt. Neben dem bekannten Dresdner Christstollen (gibt es nur zur Weihnachtszeit), sind weitere bekannte Leckerbissen: Dresdner Handbrot (kennst du vielleicht auch von dem einen oder anderen Stadtfest aus deiner Gegend. die gibt es mittlerweile überall), und die Eierschecke (Tradittioneller Dreischichtiger Kuchen) sowie Quarkkeulchen (Kartoffel-Quark-Pfannkuchen) mit Apfelmus sowie Pulsnitzer Pfefferkuchen (nicht direkt aus Dresden, aber aus der Region). Generell ist die Region berühmt für ihre Backwaren und ihren Wein.

Die Besten Cafés findest du in der äußeren Neustadt. Allerdings nicht in der Hauptstraße sondern eher in den kleinen Seitenstraßen wie der Louisenstraße und der Sebnitzer Straße. Die besten Eierschecken gibt es auch in den kleinen Cafés oder kleinen Konditoreien und nicht in großen Cafés!

Am Elbhang zwischen Loschwitz und Wachwitz liegen mehrere kleine, teils versteckte Biergärten. Hier kannst du perfekt etwas Biergarten-Hopping an einem lauen Sommerabend betreiben.

Für Einheimische Spezialitäten kannst du den Lignermarkt oder den Markt auf der Alaunstraße besuchen.

Weitere Sehenswürdigkeiten, die wir auch nach zwei Besuchen noch nicht geschafft haben:

  • Ein Besuch in der Gemäldegalerie Alte Meister
  • Eine Raddampfschifffahrt auf der Elbe
  • Schloss Moritzburg und Schloss Pillnitz in der Umgebung erkunden
  • Besuch der Meißner Porzellanmanufaktur
  • Fahrt mit der Schwebebahn
  • Besuch im Verkehrsmuseum
  • Gedenkstätte Bautzner Straße besuchen
  • Besuch des Japanischen Palais
  • Besuch des Militärhistorischen Museums
  • Besuch der Drei Elbschlösser (Schloss Albrechtsberg, Lingnerschloss, Schloss Eckberg)

Alle nötigen Infos für deinen Besuch findest du auf der Website Visit Elbland Dresden.

Fazit

Dresden hat eine so reiche Geschichte und bietet für wirklich fast jeden Geschmack etwas. Tatsächlich hat man auch hier im Beitrag bereits einige male gelesen, dass im zweiten Weltkrieg viele der historischen Gebäude zerstört und wieder aufgebaut wurden. Im Internet und zum Teil auf Wikipedia findet man hierzu auch einige Bilder der zerstörten Frauenkirche und des Zwingers, um nur einige zu nennen. Betrachtet man die Geschichte Dresdens aus dem zweiten Weltkrieg, wird das dadurch ausgelöste grauen wieder etwas greifbarer und zeigt, warum wir alles tun sollten, um solche Eskalaktionen zu vermeiden!

Ein Besuch in Dresden fühlt sich an wie eine kleine Reise durch verschiedene Welten, die alle überraschend nah beieinanderliegen. Zwischen barocker Pracht, kreativer Neustadt‑Energie, entspannten Elbwiesen und Ausflügen ins Umland entsteht ein Mix, der sich gleichzeitig leicht, inspirierend und erstaunlich vielseitig anfühlt.
Wer Kultur sucht, wird fündig. Wer Natur sucht, ebenso. Und wer einfach ein paar Tage abschalten möchte, findet hier eine Stadt, die groß genug für Entdeckungen und klein genug für echte Nähe ist.

Wir waren nur drei Nächte dort aber sind zwei Jahre später gleich noch einmal dorthin gefahren, weil wir das Gefühl hatten, dass es hier noch so viel zu entdecken gibt. Für uns ist das das größte Kompliment, das man einer Stadt machen kann: dass man abreist und schon weiß, dass man zurückkommen möchte, weil es noch so viel zu entdecken gibt.

Für uns ist Dresden eine der schönsten Städte Deutschlands mit gutem Essen, reicher Kultur und vielen Sehenswürdigkeiten und es war bestimmt nicht das letzte mal, dass wir hier waren!

Wir hoffen, dir hat der Beitrag etwas Lust auf diese tolle Stadt gemacht 🙂

Weitere Ziele in Deutschland findest du in unseren besuchten Orten. Die Weitere Reiseroute laden wir nach und nach hoch 🙂

Bis bald
Julia und Lukas

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